E-MAIL POSTFÄCHER :::IMAP:::/:::POP3:::
E-Mail ist ein Basis-Leistungsmerkmal eines jeden Hosting-Angebots. Aber bei der Anzahl der im Hosting-Paket enthaltenen E-Mail-Adressen gibt es zum Teil große Unterschiede. Während Provider A viele Postfächer mit wenig Speicher anbietet, hat Provider B wenige Postfächer mit viel Speicherplatz im Paket. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch, zwischen den real existierenden elektronischen Postfächer, auch als POP3- oder IMAP-Postfächer bezeichnet und Schein-Adressen (Weiterleitungen) zu unterscheiden.
Das "Post Office Protocol Version 3" (POP3) ist die preisgünstigere und simplere Variante. Sie empfiehlt sich für private Zwecke und kleine Unternehmen, die ihre Mails fast nur von ihrem Arbeitsplatz abrufen. Vorteil: Alle E-Mails befinden sich auf dem lokalen Rechner (Client). Die Verbindung zum E-Mail-Server wird nur auf Anforderung bzw. nach zeitlicher Festlegung des Benutzers aufgebaut und danach wieder beendet. Beim "Internet Message Access Protocol" (IMAP) erhält der Empfänger seine E-Mails automatisch (vorausgesetzt der Benutzer ist online). Alle E-Mails sind auf dem E-Mail-Server über verschiedenen Clients abrufbar. Weitere Vorteile: Verwaltungsfunktionen eingehender Mails bereits auf dem Server und Archivierung. Das Datenvolumen auf dem Client ist drastisch reduziert (wichtig bei E-Mail-Kommunikation per Handy). IMAP-Dienste adressieren Profi-Anwender und Unternehmen mit Außendienst. Nachteile: hohe Kosten, datenschutzrelevante Bedenken, E-Mails sind offline nicht verfügbar.
POSTFACHSPEICHER (MAILSPACE)
Der Postfachspeicher ist das Speichervolumen auf dem E-Mail-Server des Webhosting-Anbieters, das für Ihre E-Mail-Postfächer reserviert ist. Hier gibt es bei den Anbietern gravierende Unterschiede: von 1 GByte für 1 Postfach bis 150 MByte für 50 Postfächer. Generell gilt: Weniger Postfächer mit viel Speicherplatz sind für Privatpersonen und kleine Unternehmen immer die sinnvollere Variante, als viele Postfächer (wer soll die nutzen?) mit wenig Speicherplatz (der kann schnell voll sein). Mehr als ein Postfach pro natürliche Person wird ohnehin nicht benötigt, weil man weitere E-Mail-Adressen auch über Weiterleitungen bzw. Scheinadressen generieren kann.
E-MAIL-WEITERLEITUNGEN
Es ist wichtig zu unterscheiden: zwischen dem originären E-Mail-Postfach (POP3 oder IMAP), das einer natürlichen Person gehört und dem sogenannten E-Mail-Alias (der Schein-Adresse). Hier handelt es sich um eine virtuelle Adresse, die an ein bestehendes POP3- oder IMAP-Postfach weiter geleitet wird, ohne dass es der Absender der E-Mail bemerkt. Ein typisches Beispiel ist die E-Mail-Adresse info@..... Solche Schein-Adressen oder Weiterleitungsadressen werden in manchen Pakten in enormer oder sogar unbegrenzter Zahl angeboten. De facto ist der Praxisnutzen sehr gering; mehr als 10 Weiterleitungen pro Postfach benötigt in der Regel kein Nutzer.
ANTI-SPAM
Nach neuesten Erkenntnissen werden leider über 95% des internationalen E-Mail-Verkehrs durch sogenannten SPAM verursacht. Als SPAM bezeichnet man E-Mals mit unerwünschten werblichen und teilweise betrügerischen oder schädlichen Inhalten. SPAM wird mehrheitlich verursacht von Versendern aus Übersee, China oder Osteuropa. Sehr viele Provider versuchen, SPAM bereits beim Eintreffen auf dem E-Mail-Server zu filtern bzw. zu löschen, damit die Mails gar nicht oder getrennt an den Empfänger ausgeliefert werden. Hierzu kann der Nutzer auf dem Server des Providers individuelle Einstellungen vornehmen, wie rigoros der SPAM-Schutz ausfallen soll (hin und wieder werden nämlich auch für den Empfänger tatsächlich bestimmte E-Mails von der Software eliminiert). Solche Anti-SPAM-Schutzmechanismen sind keine Besonderheit mehr und sollten bereits im günstigsten Tarif zum Standard gehören.
WEBMAILER
Eine sehr wichtige und nützliche Funktion ist der sogenannte Webmailer. Als Webmail bezeichnet man die Möglichkeit, E-Mails über einen beliebigen an das Internet angeschlossenen Rechner über den Browser abzurufen. Der Abruf der E-Mails wird damit ortsunabhängig und der Internet-Browser bzw. die Webmail-Seite übernimmt die Funktion eines E-Mail-Programms. Darin liegt zugleich der Nachteil: Die Verwaltung der E-Mails ist im Vergleich zu den dafür spezialisierten Programmen („Outlook“, etc) weniger funktional und umständlicher. Wenn der E-Mail- oder Webhosting-Anbieter dies unterstützt, dann können Sie theoretisch von jedem Internet-Zugang weltweit aus Ihre E-Mails über das Internet abrufen oder versenden. Sie müssen also nicht an Ihrem eigenen PC sein, sondern ein Zugang im Internet-Cafe oder an einem öffentlichen Rechner (Universitäten, Flughäfen, etc) reicht aus. Ein Webmail-Zugang sollte Standard im Hosting-Paket sein.
UNIFIED MESSAGING
Diese Services können sehr nützlich sein, werden aber nicht von jedem Anbieter unterstützt bzw. unterscheiden sich im Leistungsumfang teilweise erheblich. Unified Messaging vereinigt verschiedene Kommunikationsarten. So haben Sie beispielsweise von jedem Telefon aus Zugriff auf Faxe, Sprachnachrichten und E-Mails (die Text-Inhalte werden Ihnen vorgelesen). Ebenfalls über Telefon können Sie E-Mails mit Voice-Mail beantworten (der Empfänger bekommt eine Sound-Datei im Anhang) sowie Faxnachrichten weiterleiten und löschen.
Zu jeder E-Mail-Adresse können verschiedene Empfänger bestimmen: ein E-Mail-Postfach, eine fremde E-Mail-Adresse, ein Mobiltelefon oder ein Faxgerät. Nutzen Sie eine sogenannte Messaging-Box als Anrufbeantworter, indem Sie Ihre Telefonnummer darauf umleiten. Hinterlassene Nachrichten können als E-Mail-Anhang im gespeichert und über jeden PC mit Internet-Zugang und Soundkarte abgehört werden. Welche Kommunikationsleistungen der Provider im Detail anbietet, muss miteinander verglichen werden. Dabei ist zugleich kritisch zu hinterfragen, ob man diesen Service wirklich benötigt (was der Fall sein kann, wenn man sehr oft bzw. viel international unterwegs ist).