Nahezu alle Webhosting Komplettpakete enthalten eine länderbezogene Top-Level-Domain (in Deutschland ist es die Endung „.de“) kostenlos. Umfangreichere Pakete können auch mehrere Domains enthalten (zwei bis zehn Top-Level-Domains). Internationale Domains (zum Beispiel „.com“) sind häufig nur gegen Aufpreis erhältlich.
Ganz unterschiedlich ist die Anzahl der nutzbaren Subdomains, die zu Ihrer jeweiligen Top-Level-Domain gehören. Eine Subdomain ist eine Unter-Domain der Top-Level-Domain. Sinnvoll können Subdomains beispielsweise für Firmen sein, die Filialen oder Abteilungen unter einer einheitlichen Top-Level-Domain verwalten wollen (zum Beispiel: verkauf.musterfirma.de). Bei den Subdomains variiert das Angebot stark von Anbieter zu Anbieter. Manchmal sind auch gar Subdomains im Paket sondern nur als Option erhältlich. Ob und wie viele Subdomains Sie benötigen, hängt vom Zweck der Homepage ab. In der Regel sind Subdomains nur für größere Unternehmen wichtig.
E-Mail: Postfächer, Umleitungen, WebMailer
Starke Unterschiede gibt es zum Teil auch bei der Anzahl der im Hosting-Paket enthaltenen E-Mail-Adressen für Ihre Domain. Hierbei muss man unterscheiden zwischen dem originären E-Mail-Adresse, die einer natürlichen Person gehört und dem sogenannten E-Mail-Alias. Der Alias ist eine Schein-Adresse; ankommende Mails an diese Adresse werden – vom Absender der Mail unbemerkt – an eine originäre E-Mail-Adresse weiter geleitet. Sinn macht dies beispielsweise bei Firmen, die eingehende Mails auf abstrakte Adressen auf zuständige Mitarbeiter umleiten (zum Beispiel: verkauf@musterfirma.de). Grundsätzlich gilt: Eine Alias-Adresse kann kein eigenständiges Postfach im sogenannten POP3-Standard ersetzen. Achten Sie also darauf, dass Sie so viele POP3-Mail-Adressen bestellen, wie sie von natürlichen Personen genutzt werden. Wenn in einer 4köpfigen Familie jedes Mitglied eine eigene E-Mail-Adresse bekommen soll, dann benötigen Sie vier POP3 Postfächer.
Eine sehr wichtige und nützliche Funktion ist der sogenannte Webmailer. Wenn der Webhoster dies unterstützt, dann können Sie theoretisch von jedem Internet-Zugang weltweit aus Ihre E-Mails über das Internet abrufen oder versenden. Sie müssen also nicht an Ihrem eigenen PC sein, sondern ein Zugang im Internet-Cafe reicht aus.
Speicherplatz: Sinnvolle Kapazitäten
Am Anfang aller Planungen steht eine Prognose über den ungefähren Umfang Ihrer Webseite. Dabei handelt es sich um das addierte Volumen aller Daten, welche für die Darstellung Ihrer Seiteninhalte notwendig sind. Dieses Volumen aller Dateien (beispielsweise Texte, Programmiercode oder Skripte, kleine Datenbanken oder Tabellen, Grafiken oder Bilder) bestimmt die Kosten Ihrer Homepage mit. Weniger aufwendige Angebote kommen oft mit 1 MByte aus, umfangreiche Auftritte benötigen entsprechend mehr. Wenn Sie hochauflösende Urlaubsbilder im Großformat oder gar Urlaubsvideos zum Download oder Streaming zur Verfügung stellen wollen, dann steigen die Anforderungen an die Speicherkapazität schnell an. Faustregel: für ein Urlaubsfoto in hoher Auflösung kalkulieren Sie mit 2 MByte. Videosequenzen kommen, je nach Kompression, auf ein Vielfaches pro Minute.
Die richtige Auswahl der Speicherkapazität ist häufig ein Prozess. Problematisch ist es aber nicht, wenn Sie sich beim ersten gebuchten Tarif bzw. Paket falsch entscheiden. Wichtig ist nur, dass Sie zunächst einmal weniger Kapazität bestellen, weil der Upgrade auf ein größeres (und zugleich teueres) Paket immer problemlos möglich sein wird, während der Umstieg von einer hohen auf einen niedrigeren Tarifpreiserst nach Ende der Laufzeit oder gegen Ausgleichszahlung möglich ist.
Daten auf dem Server speichern: FTP oder Web-Upload
Alle Daten für die Internet-Homepage müssen von Ihrem eigenen PC auf den Server des Webhosters übertragen werden. Dazu gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten: a) Mit einem sogenannten FTP Zugang (FTP = File Transfer Protocol, ein Netzwerk-Protokoll zur Datenübertragung im Internet) b) per Web-Upload Mit beiden Methoden können Sie Webseiten-Inhalte von Ihrer Festplatte aus über das Internet zum Hosting-Anbieter senden. Für den FTP-Verfahren benötigen Sie allerdings ein spezielles Hilfsprogramm. Das findet sich zwar kostenlos im Internet, es muss jedoch installiert und angewandt werden. Im zweifel ist insbesondere für weniger versierte Anwender der Web-Upload immer die bessere Wahl. Der Webhoster bietet Ihnen dann auf seiner Webseite einen Zugang zum eigenen Server, der sich wesentlich komfortabler bedienen lässt. Nachteil der Upload-Lösung ist, dass die Nutzung bei sehr großen Datenmengen in der Regel nicht so effektiv ist und länger dauert. Wer also umfangreiche Daten (viele hochauflösende Bilder, Videos, Datenbanken, etc) an den Server senden muss, der sollte bei der Provider-Auswahl auf den FTP-Zugang achten. Wichtig: Einige Anbieter stellen diese Funktion nicht zur Verfügung und bieten lediglich den Web-Upload an.
Datentransfervolumen: Wie viel Traffic inklusive?
Der zweite wichtige Parameter neben der Speicherkapazität ist das sogenannte Transfervolumen. Es bezeichnet den Gesamtumfang der von Ihrer Internet-Seite zum Besucher übertragenen Daten. Haben die Dateien Ihrer Homepage nur ein Volumen von 1.500 KByte und im Monat kommen 230 Besucher auf Ihre Webseite, dann haben Sie ein monatliches Transfervolumen von ca. 337 MByte. Aber nur wenige Urlaubsbilder vervielfachen dieses Volumen ganz schnell. Hinzu kommen die kleinen Spione der Suchmaschinen, die jeden Tag Ihre Seite besuchen und Inhalte analysieren (also ebenfalls Daten übertragen und Traffic erzeugen). Das Minimum sollten deshalb 10 GByte sein. Eine zuverlässige Volumenschätzung ist für Web-Neulinge nahezu unmöglich. Sie hängt nicht nur vom Umfang Ihrer Webseite, sondern auch von der Bekanntheit im Internet ab. Diese Bekanntheit entwickelt sich aus einer Vielzahl von möglichen Faktoren. Aus diesem Grund bieten einige Provider eine sogenannte Flatrate an. Der Provider hat eine Mischkalkulation und gewährt dem Kunden dabei ein unbegrenztes Transfervolumen. Damit sind Sie als Homepage-Betreiber zunächst immer auf der sicheren Seite. Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn Sie Ihren Traffic auf Basis von Erfahrungswerten einschätzen können, lohnt ich evtl. der Wechsel in einen anderen Tarif oder zu einem andere Provider, der nach tatsächlichem Datenvolumen abrechnet. Damit können Sie Ihre Website ggf. günstiger betreiben. Fragen Sie dann Ihren Provider deshalb nach späteren Upgrade- oder Wechsel-Möglichkeiten in den Tarifen.
Baukasten-Skripte für Foren, Gästebücher, Formulare etc.
Für anspruchsvollere Inhalte wie Dialog-Foren oder Gästebücher oder Formulare bieten einige Provider in ihren Komplettpaketen fertige Skript-Lösungen an. Damit kann man dann wie aus einem Baukasten aus einzelnen Bausteinen entsprechende Funktionalitäten auf der Homepage integrieren. Wenn Sie solche Funktionen auf Ihrer Internet-Seite langfristig anbieten möchten, dann lohnt sich gleich die gezielte Suche nach dem geeigneten Provider, damit Sie ggf. nicht zu einem späteren Zeitpunkt den Anbieter wechseln müssen.
Sonderfunktionen: CGI, PHP, MySQL, Pearl & Co.
Komplexe Webseiten wie Online-Shops oder Chats, die vor allem von Gewerbetreibenden und Firmen betrieben werden, benötigen spezielle Befehlssätze, Skripts und Datenbank-Anbindungen. Die Programmierung solcher Seiten ist sehr komplex und in der Regel auch nicht mehr von ambitionierten Laien darstellbar. Aus diesem Grund finden Sie solche Funktionen bei der Mehrzahl der Provider nur in den höherpreisigen Paketen oder zum Teil auch gar nicht im Angebot. Grundsätzlich empfiehlt sich bei solchen Seiten – vor allem für gewerbliche Betreiber – auch die Zuhilfenahme eines professionellen Programmierers, der Sie auch zu den entsprechenden Angeboten der Webhoster beraten kann.
Vertragslaufzeiten und Zahlungsweisen
Technische Daten und Leistungsmerkmale sind ein Kriterium bei der Auswahl des richtigen Webhosting-Partners, Kosten und Vertragsflexibilität sind das andere Kriterium. Die Modalitäten der Provider orientieren sich dabei relativ eng an den Gepflogenheiten in der Mobilfunk- und Festnetz-Branche. In der Regel beträgt die Mindestlaufzeit der Verträge 12 Monate und der Ausgleich der Forderungen wird nur über das Lastschriftverfahren vorgenommen. Die 12monatige Vertragslaufzeit ist beinahe Standard. Sicherlich sind kürzere Laufzeiten aus Verbrauchersicht wünschenswert, doch im Markt nur selten. Sollten Sie Anbieter mit kürzerer Bindung finden, dann rechnen Sie genau nach, ob über einen Zeitraum von 12 Monaten die Kosten vergleichbar sind. Oft haben Anbieter mit kürzen Laufzeiten höhere Preise. Eine Laufzeit von 24 Monaten ist bei Angeboten mit besondern niedrigen monatlichen Kosten oder bei großer Ausstattung des Webpakets (zum Beispiel zweistellige Anzahl von Top-Level-Domains und Postfächern) nicht unüblich. Man sollte als Kunde jedoch immer daran denken, dass 24 Monate in der Internet-Branche eine sehr lange Zeit sind und die Kosten in zwei Jahren massiv nach unten gehen können, während man an einen zweijährigen Vertrag gebunden ist. Prüfen Sie, ob Sie alle Inhalte eines 24-Monate-Pakets wirklich brauchen und ob die gesonderte Bestellung von einzelnen Leistungen nicht günstiger ist. Ein wichtiger Punkt ist bei allen Laufzeiten ab 12 Monaten die Kündigungsfrist. Mehr als einen Monat zum Vertragsende sollten Sie nicht akzeptieren. Der Einzug der Rechnungsbeträge per Lastschrift birgt keinerlei Risiko für den Kunden. Im Gegenteil. Abbuchungen kann der Kunde grundlos bis zu 6 Wochen nach Wertstellung widerrufen. Bei der Auswahl zwischen Zahlung per Kreditkarte oder Bankeinzug (ELV) sollte der Verbraucher immer die Lastschrift wählen. Ob der Ausgleich der Forderung monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich erfolgt, ist eine Frage der Ersparnis bei einer Zahlungsweise für größere Abrechungszeiträume. Grundsätzlich sollten Sie jedoch bedenken: Das Geld ist bei halb-/jährlicher Zahlungsweise erst einmal weg – unabhängig davon, ob zukünftig die Vertragsleistung durch den Provider einwandfrei erbracht wird oder nicht. Und die Rückforderung von einmal gezahlten Beträgen hat aller Erfahrung nach sehr wenig Aussicht auf Erfolg.
Kundendienst: Hotline, Telefon-Kontakt, Reaktionszeiten und Kosten
Auch wenn der Webhoster nur eine Dienstleistung anbietet, so gibt es dennoch eine Fülle an potenziellen Problemen und Fragen bei der Nutzung dieser Dienstleistung. Das hängt in aller Regel weniger damit zusammen, dass die Technik des Providers fehlerhaft ist, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass alles rund um die Themen Computer, Kommunikation und Internet auch heute noch eine sehr komplexe Materie ist und Fehlfunktionen bzw. unvollkommene technische Zusammenhänge ein natürlicher Bestandteil dieser Datenwelt sind. Vor allem Gewerbetreibende, die in eigener Regie eine Internet-Seite betreiben, sind auf einen volltauglichen Kundendienst (Hotline) angewiesen, die bei der Problemlösung schnell und effektiv hilft. Bei fast allen Anbietern ist die Hilfestellung per E-Mail kostenlos. Kostenlos ist aber nicht unbedingt brauchbar. Wenn das Hotline-Team erst nach Tagen antwortet oder erst einmal nur Standard-Antworten versendet, die erkennbar nur eine Funktion haben: zeit gewinnen und den Kunden vertrösten. Wünschenswert ist es, wenn der Provider auch telefonisch erreichbar ist. Allerdings verlangen machen Anbieter Gesprächsgebühren, die schon beim ersten Anruf die monatlichen Kosten eines Webpakets bereits übersteigen. Erkundigen Sie sich deshalb ganz genau nach den Nummern und Anrufkosten für Hilferufe bei der Telefon-Hotline. Akzeptabel sollten nur Anbieter mit einer 0180x-Rufnummer sein. Über den Support eines Providers kann im Vorfeld einer Vertragsbindung nur der oberflächliche und persönliche Eindruck entscheiden. Zumindest gibt es ein paar Tipps, wie sich der Kunde einen solchen Eindruck verschaffen kann. Sie können den Provider auch probeweise antesten: Zunächst einmal verschaffen Sie sich einen optischen und inhaltlichen Eindruck von der Rubrik „Hilfe“ oder „Kontakt“ oder „Support & Service“ oder „Häufige Fragen“ auf der Website des Anbieters. Umfangreiche FAQs oder Verzeichnisse mit Problemlösungen in verschiedenen Bereichen sind ein Zeichen für einen seriösen Service (und nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen, für überdurchschnittlich viele Probleme). Ein Kriterium dabei ist die telefonische Erreichbarkeit des Anbieters. Wird die Nummer des Callcenter prominent angezeigt. Steht ein deutlicher Hinweis auf die anfallenden Telefongebühren daneben? Rufen Sie dazu versuchsweise die Kundenberatung und die Hotline (Support) an. Wird der Anruf angenommen? Wenn ja, landen Sie in der Warteschleife oder im Sprach-Computer? Haben Sie einen persönlichen Gesprächspartner? Wenn ja, werden Sie freundlich und kompetent bedient? Ihr persönlicher Eindruck kann entscheiden. Die persönliche Wahrnehmung entscheidet auch darüber, ob der Provider einen vertrauenswürdigen Eindruck macht? Sind die Angebote auf der Homepage übersichtlich dargestellt und plausibel formuliert. Sind alle Preise angegeben. Gibt es Links zu „mehr Informationen“? Wie ausführlich und verständlich sind die Beschreibungen zu den Angeboten? Ein empfehlenswerter erster Test: Schicken Sie allen in Frage kommenden Unternehmen eine kurze E-Mail mit Ihren Anforderungen, und bitten Sie um Zusendung von Informationen oder eines Angebots. Wenn sich der Anbieter – so wie es das Medium Internet erlaubt – kurzfristig mit einer Reaktion oder gar der Zusendung von Informationen inklusive der Geschäftsbedingungen meldet, dann kann man dies als ein gutes Zeichen bewerten. Noch positiver ist der Eindruck, wenn der Interessent eine persönlich beantwortete E-Mail erhält. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, der kann Kundenmeinungen recherchieren. Dafür bietet sich eine Anfrage über unser Community Forum an. Im Forum können Sie eine Nachricht hinterlassen und andere Benutzer (User) zu ihren Erfahrungen befragen. Bedenken Sie dabei jedoch: Ein großer Provider mit einer siebenstelligen Kundenzahl hat aus rein mathematischen Gründen möglicherweise mehr als 10 bis 15x so viele Anfragen und Problem-Meldungen wie beispielsweise ein neuer Anbieter, der erst seit sechs Monaten im Markt ist.